Salutogenese nach Antonovsky

In der Vergangenheit hat man in der Gesundheitsforschung meist nach den Risikofaktoren und den Ursachen in der Entstehung von Krankheiten gesucht. Aaron Antonovsky, ein amerikanisch-israelischer Medizinsoziologe (1923-1994) emigrierte 1960 nach Israel. Dort arbeitete er an verschiedenen Forschungsprojekten zum Zusammenhang von Stressfaktoren und Gesundheit bzw. Krankheit.

Er stellte sich die Frage , warum viele Menschen trotz vorhandener Risikofaktoren und belastenden Erlebnissen mehr gesund bleiben als krank werden. Er betrachtete die Menschen in ihrer gesamten Persönlichkeit auf biologischer, psychischer und sozialer Ebene und dabei Entstand das Modell der Salutogenese.

Er begann in Anlehnung  an Lazarus (1966) ein Stresskonzept zu vertreten, in dem Stressauslöser nicht mehr als grundsätzlich krankmachend gesehen wurde, sondern als Stimuli, die einen Zustand der Anspannung auslösen, aber ohne dass diese unbedingt zu krankhaften Symptomen führen müssen.

Er vertrat die These, dass die Art der Erkrankungen von einer individuellen dispositionellen Vulnerabilität (überdauernde Verletzlichkeit) bestimmt wird und nicht von dem Erscheinungsbild der belastenden Einflüsse. Von entscheidender Bedeutung sind die persönliche Lebensgeschichte, erworbene Bewältigungsstrategien und Ressourcen des einzelnen Menschen und seine darauf basierenden Möglichkeiten auf psychosozialer Ebene  mit belastenden Ereignissen umzugehen.

Die Fähigkeit unsere Gesundheit zu erhalten beruht im Wesentlichen auf dem Kohärenzgefühl. Das Kohärenzgefühl ist eine Grundhaltung gegenüber der Welt und dem eigenen Leben, das sich laut Antonovsky aus 3 Bereichen zusammensetzt:

1. Verstehbarkeit: Ein kognitives Verarbeitungsmuster, das es uns erlaubt, Ereignisse als geordnet und strukturiert zu verarbeiten und zu verstehen.

2. Sinnhaftigkeit: Das Ausmaß, in dem wir unser Leben bzw. Teilbereiche unseres  Lebens als emotional sinnvoll erleben.

3. Handhabbarkeit: Unsere eigene Überzeugung , dass wir Probleme mit Hilfe der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bewältigen können.

Die Salutogenese beinhaltet verschiedene  Ansätze zur Selbsthilfe um ein erfolgreiches Stressmanagement zu beginnen  bzw.  durchzuführen und zeigt Wege zur  Entspannung auf, die einen hohen Stellenwert und Nutzen in der Prävention, Gesundheitserhaltung und -förderung  haben. Darum lassen sich salutogenetische Prinzipien in die allgemeine beraterische Arbeit, im Coaching und in der psychosomatisch-psychotherapeutischen Arbeit sehr gut integrieren.

Sie haben die Möglichkeit in einer Einzelberatung die Salutogenese kennen zu lernen  oder im Rahmen von Kursen mit 4 -10 Teilnehmern / Teilnehmerinnen (Gesundheit aktivieren – Berge den Schatz in dir).

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Regina Brym